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Jazz Podium

(GERMAN) Fuenf Jahre ist es her, seit Wolfgang Schalk 
seine Wiener Wohnadresse aufgab, um die Nähe des kosmopolitischen, urbanen Pulses von New York City zu suchen. Wenn auch nicht VON der Musik so zumindest FUER selbige lebt der steirische Gitarrist dort seither, nachdem er sich im nahen Hoboken, New Jersey niedergelassen hat. "Rainbows in the Night" ist das erste klingende Lebenszeichen, das Schalk in Richtung Heimat übermittelt, und es zeigt einen angesichts des stimulierenden, existenziell harten Ambientes hörbar gereiften Musikus. Während die noch in Österreich aufgenommenen Arbeiten The Be Hop Hip Bop (1993) und The Second Third Man (1996), das niemand Geringerer als Michael Brecker im Studio durch kernige Sax-Linien veredelte, durchaus orthodox den Fusiongefilden im Kielwasser von Pat Metheny und Mike Stern verpflichtet waren, gibt sich Schalk anno 2002 nachdenklicher, variantenreicher, erdiger. Wes-Montgomery-Licks mischen sich in die verstärkt an den Bebop-Roots orientierten Läufen, auch Scofield wurde offenbar mehr Gehör geschenkt; mit einem guten Schuss Bluesiness und ökonomischer Sorgfalt formuliert Schalk nunmehr seine Gedanken, melodisch erfindungsreich, und bemüht, mit wenigen Tönen viel zu sagen. Dave Kikoskis Piano-Einwürfe, die auch vor herberen harmonischen Reibungen nicht zurückschrecken, bringen weitere Ecken und Kanten ins Spielgeschehen, als vitalerer, Interplay-freudigerer Gegenentwurf zum berühmten Tandem Metheny-Mays prägt die zumeist gut ausbalancierte Paarung von Saite und Taste die Musik. Ist die prominente Quartettbesetzung, die durch Andy McKee (Bass) und Ian Froman (Drums) komplettiert wird, Ausdruck dessen, dass Schalk im Big Apple in gewisser Weise Fuß fassen konnte, so reflektieren seine Stücke die Distanz zur Alten Welt: "Waltz in Blue" ist nicht zufällig der gelungene Opener überschrieben, auch "Where Are You From" und "Styrian Impressions" verraten Gedankenflüge in Richtung Heimat, wobei letzteres sowohl in den Soli Schalks als auch Kikoskis die Klarheit barocker Kontrapunktik atmet. "What's That", von einem bluesgetönten Ruf eröffnet und von geistreichen Bop-Linien durchkreuzt, sei als weiterer Anspieltipp genannt. Man darf gespannt sein, dieses Quartett anno 2003 auch live in unseren Breiten zu vernehmen.

Andreas Felber

 
 
 

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ANDY LANGHAM
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